Warum es so wichtig ist, über sich selbst zu glauben “ich bin gut genug, so wie ich bin!”

 

Wir fühlen uns oft nicht genug, nicht schön genug, nicht schlau genug, nicht gut genug. Doch woher kommt dieser Glaubenssatz eigentlich? In diesem Artikel erfährst Du, wie Du diesen Satz für Dich verändern kannst, warum es so wichtig ist, diesen Gedanken überhaupt zu verändern.

Das Schneckenhaus ist keine Lösung

Mir begegnen im Coaching häufig die Themen Selbstwert und Selbstvertrauen, die sich durch Zweifel an der eigenen Person und den eigenen Fähigkeiten zeigen. Oft höre ich dann Sätze wie: “Ich traue mich irgendwie nicht, ich bin einfach nicht gut genug.” “Nein, lieber nicht, dafür bin ich nicht interessant genug!” “Ich würde gerne aber Ich bin nicht mutig genug!” „Andere können das aber ich, ich bin einfach nicht kreativ genug.“ Wenn man diesen Glaubenssatz für sich gedreht und aufgelöst bekommt, ist es so, als ob man das Problem an der Wurzel zieht.

Auch aus meinem eigenen Leben ist mir das “genug sein Thema” sehr bekannt. Eines meiner Glaubenssätze war lange Zeit: “Ich weiß nicht, ob ich überhaupt einen Blog erstellen soll, ich bin vielleicht nicht gut genug”, “vielleicht bin ich nicht wertvoll genug, um dass meine Worte anderen wirklich etwas geben!”.

Wie soll es einem gelingen einen echten Mehrwert für andere zu erschaffen, wenn man von sich glaubt, nicht wertvoll zu sein?Meine erste Entscheidung: ich lasse es einfach. Doch dieser Satz “Ich bin nicht wertvoll genug!”, der war dennoch mein ständiger Begleiter. Er sorgte bei allen Herausforderungen in meinem Leben ebenfalls für Lähmung und Rückzug in mein Schneckenhaus.

Photo by Luke Stackpoole on Unsplash

 

Die Wurzel ziehen

“Ich bin dann mal unsichtbar!”. Anstatt meine Möglichkeiten zu leben und mich zum Ausdruck zu bringen, schwieg ich vorerst lieber, ärgerte mich und fragte mich ständig, warum ich mich fühle, als wäre ein dicker Stein an meinen Fuß gekettet, der mir das “einfach mal machen und losgehen” so erschwerte?

Die Kette ist heute ab und den Stein habe ich liegen gelassen, denn ich brauche ihn nicht mehr.

Ich habe eine zweite und die, wie ich finde, deutlich smartere Entscheidung für mein Leben getroffen und zwar, tief in der Erde nach der Wurzel allen Übels zu suchen. Meinen lang gepflegten Glaubenssatz habe ich für mich verändert und die Wurzel endgültig gezogen. Ab und an taucht zwar dieser Gedanke nochmal wieder auf aber anders als damals, glaube ich ihn nicht mehr und das macht eine ganze Menge aus. Heute fühle ich mich dadurch freier, wertvoller und lebendiger als je zuvor. Was das Schreiben angeht, ich mach’s einfach 😉

 

Photo by Robb Leahy on Unsplash

 

Woher kommt denn eigentlich dieses Gefühl “nicht gut genug zu sein” ?

Babys kommen auf die Welt und haben vollkommen das Gefühl gut genug zu sein. Keine Frage, ein Baby zweifelt niemals daran, das irgendwas mit ihm nicht stimmen könnte. Das bedeutet doch auch, dass wir in unserer natürlichen Gestalt von Geburt an eigentlich völlig gut genug sind und daran keinen Zweifel haben.

Doch etwas in unserem Leben verändert sich im Laufe der Zeit. Wir werden älter, wir machen Erfahrungen im Leben, in unserer Familie, mit anderen, im Kindergarten und in der Schule. Menschen sagen bestimmte Dinge zu uns, die mit unserem Gefühl genug zu sein plötzlich kollidieren. Wir werden auf einmal an anderen gemessen, wir werden verglichen und wir werden beurteilt anhand dessen, was wir leisten und wie wir performen. Plötzlich geht es nicht mehr darum, was dich einzigartig macht, was dich als Mensch wirklich ausmacht, sondern häufiger darum, wie du im Vergleich zu anderen stehst.

Unser heutiges System ist immer noch sehr darauf ausgerichtet Menschen anhand ihrer Leistungen zu bewerten und anhand dessen, wie sie performen. Je häufiger wir diese Erfahrungen machen, die uns glauben lassen, im Vergleich mit anderen irgendwie “schlechter” abzuschneiden, desto mehr glauben wir, dass wir nicht gut genug sind und festigen diesen Glaubenssatz in uns immer tiefer.

Du kannst es dir vorstellen, wie einen Samen, der in die Erde gepflanzt wurde und jetzt mit jeder weiteren Erfahrung anfängt zu keimen und zu wachsen. Wir verankern den Glaubenssatz “nicht genug zu sein” so fest in unserem inneren System, dass wir überzeugt davon sind, dass er wahr ist. Wir hinterfragen ihn irgendwann nicht mehr. Er ist Teil unseres Seins, unseres Selbstbildes. Statt ihn infrage zu stellen, bestätigen wir ihn über äußere Ereignisse. “Wäre ich gut genug, wäre ich nicht verlassen worden!”“Wäre ich gut genug, hätte ich Erfolg im Job!” “Wäre ich gut genug, hätte ich keine Schwierigkeiten mit meinen Kindern!”usw. Alles das sind Sätze, die wir kaum noch bewusst wahrnehmen. Sie laufen meist unbewusst im Hintergrund und bestätigen unsere Realität.

 

Take another door

Photo by Gleren Meneghin on Unsplash

 

Es ist, als würdest Du immer durch dieselbe Tür gehen. Stehen wir auf dem Standpunkt nicht gut genug zu sein, gucken wir immer nur, was uns fehlt, woran es uns mangelt. Wir gehen immer durch dieselbe Tür, statt durch die Tür zu gehen, hinter der all unser Potenzial und unsere Möglichkeiten stecken. Wir haben vergessen unsere Perspektive zu erweitern. Dort gibt es noch eine andere Tür, die wir einfach nicht mehr wahrgenommen haben.

Viel zu fokussiert sind wir auf unseren altbekannten Durchgang, der uns in unsere bekannte Umgebung, mit unseren bekannten Gedanken und Gefühlen führt. Oft fühlen wir uns dort sogar zu Hause, ist doch alles so vertraut. Doch die Leere, die bleibt.

Anstatt die Tür zu unserem wahren Potenzial zu öffnen, suchen wir das “genug” im Außen und kompensieren über Social Media, Kleidung, Fitness, Essen und Konsum aller Art.

Mal ehrlich 90 % der Sachen, die wir besitzen, brauchen wir nicht. Wenn wir ganz ehrlich sind, die meisten Sachen, die wir kaufen, kaufen wir aus dem Mangel heraus.

Es gibt einen Unterschied zwischen Dingen, die wir uns anschaffen, weil wir sie lieben und den Dingen, die wir tun und konsumieren nur um uns innerlich für einen kurzen Moment zu erfüllen.

 

 

Gute Neuigkeiten: You`ve got the key

 

 

 

 

Wenn du weißt, dass du gut genug bist, dann brauchst du das alles nicht mehr. Dann ist die einzige Frage, die du dir stellst, was kann ich geben, wie kann ich etwas weitergeben, wie kann ich mein Potenzial mit anderen teile

Photo by Pascal B. on Unsplash

 

 

 

 

 

 

 

Step 1

Das Wichtigste ist es zu erkennen, dass du diesen Glaubenssatz für dich niemals im Außen auflösen kannst, egal wie sehr du im Außen danach suchst.

Step 2

Wahrnehmen, dass es sich hierbei scheinbar um ein Muster handelt, dass sich zu irgendeinem Zeitpunkt in dein inneres System eingepflanzt hat und durch wiederholte Erfahrungen zu einem stabilen Wurzelgeflecht herangewachsen ist und dich immer durch dieselbe Tür gehen lässt.

 

Photo by Ryoji Iwata on Unsplash

 

Schau es Dir einmal aus der Metaperspektive an. Vielleicht erkennst Du das Muster, das in Dir abläuft und das es einen Effekt darauf hat, wie es Dir geht, wie Du Dich fühlst und was Du im Außen dadurch erschaffst, welche Entscheidungen Du triffst und welche Wege Du gehst. Dieses unbewusste Muster bestimmt Deine Realität. Wenn Du das erkennst, dann hast Du schon einen großen Schritt getan für eine Veränderung.

 

Step 3

Als dritten und alles entscheidenden Schritt, solltest Du diesen Glaubenssatz für Dich infrage stellen und durch einen neuen kraftvollen Glaubenssatz ersetzen. Eine sehr effektive Übung dazu, findest Du weiter unten.

 

Step 4

Training, Training, Training. Ja ich weiß, das mag unser EGO nicht sonderlich gern. Nichts festigt sich von allein, wir brauchen für eine neue Verknüpfung in unserem Gehirn häufige Wiederholungen.

Es festigt sich nichts ohne es zu wiederholen. Dein altes Muster hast Du ebenfalls so lange trainiert bis es automatisiert, also ohne Deine bewusste Wahrnehmung, abgelaufen ist.

 

Step 5

Be your lover.

Setze Dich also nicht unter Druck, sei wertschätzend und liebevoll mit Dir selbst, wenn Du etwas veränderst in Deinem Leben. Es wird sich eventuell Dein Ego melden und Dir versuchen zu sagen, dass Du es bitte unterlassen sollst, eine Veränderung vorzunehmen und die Sicherheitszone bitte nicht zu verlassen hast. Lass Dich davon nicht beirren, sondern geh Deinen Weg step by step.

 

Werde zum Gärtner deiner inneren Welt und erschaffe dir ein  Zuhause, dass dir guttut und dich stärkt.

 

Photo by Samuel Zeller on Unsplash

 

Stell dir vor, deine innere Welt ist wie dein eigener Garten oder ein Gewächshaus mit vielen Wegen. Manche führen vorbei an wunderschöne Pflanzen manche an wucherndem Unkraut. Einige unserer Glaubenssätze haben sich wie Unkraut in unseren Garten geschlichen und wuchern fast unbemerkt vor sich hin. Du kannst dem Unkraut an die Wurzel gehen und stattdessen etwas in deinen pflanzen, was dich stärkt und dir ein gutes Gefühl gibt.

Es gibt viele Wege negative Glaubenssätze für sich aufzulösen. Einen davon stelle ich dir hier vor. Die Inspiration stammt von Byron Katie aus ihrem Werk “The work”.

“The Work ist Meditation. Es geht um Bewusstsein und nicht um den Versuch, deinen Verstand zu verändern. Lass den Verstand die Fragen stellen und überlege. Gib dir Zeit, geh nach innen, und warte auf die Antworten, die tief aus deinem Inneren aufsteigen.” –Byron Katie-

Die Übung kann dir helfen, negative Glaubenssätze für dich aufzulösen. Ich finde die Übung super, denn sie ist kurz und knackig und dennoch sehr effektiv. Sie hilft, das infrage zu stellen, was wir glauben über uns selbst und unser Leben und rüttelt so an der Wurzel einiger Übel. Es sind insgesamt vier Fragen, die du dir selbst stellen kannst. Beantworte einfach die fragen für dich und fühl mal was es mit dir macht. Hier einmal am Beispiel des Glaubenssatzes “Ich bin nicht gut genug!”

 

Die Übung zum Auflösen von negativen Glaubenssätzen

Step 1 Die vier Fragen

  • Frage 1: Ist das wahr?

Ist es wirklich wahr, dass ich nicht gut genug bin?

 

  • Frage 2: Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen/sagen, dass das wahr ist?

Kann ich mit absoluter Sicherheit sagen, dass ich nicht gut genug bin? Weiß ich wirklich zu 1000 % Prozent, dass ich nicht gut genug bin? Kann ich der Aussage zu 1000% zustimmen?

 

  • Frage 3: wie reagierst du und wie fühlt sich das an, wenn du diesen Gedanken glaubst?

Was macht das mit mir? Wie handele ich aus diesem Gedanken heraus? Welche Entscheidungen treffe ich, wenn ich das von mir Glaube? Wie fühle ich mich wenn, ich diesen Gedanken denke? Vielleicht kannst du jetzt schon sehen, was der Gedanken mit dir macht.

 

  • Frage 4: Wer wärst du ohne diesen Gedanken?”

was wäre, wenn der Gedanke weg wäre? Was könntest du anders machen?

 

Step 2 Die Umkehrung

Als Nächstes, drehst du deine Aussage um. Die Umkehrung ist eine Möglichkeit, das Gegenteil von dem zu erfahren, was du für wahr hältst. Du kannst mehrere Umkehrungen finden. Die Umkehrung von ich bin nicht gut genug, könnte in diesem Fall z.B. ich bin gut genug, ich bin genug, usw. sein.

Finde für dich eine kraftvolle gegenteilige Aussage.

Wie fühlt sich das an?

 

Step 3 Finde mindestens drei Belege

Finde jetzt mindesten drei Belege für deine neue Aussage.

Am besten, du schreibst dir deinen neuen Glaubenssatz gleich auf, denn durch das Schreiben manifestiert er sich stärker. Studien belegen, dass Dinge, die wir aufschreiben, durch die Verknüpfung mit der Motorik sich besser abspeichern und auch leichter wieder abrufen lassen. Ich wiederhole ab und an mal meine positiven Glaubenssätze in Gedanken kurz vor dem Einschlafen. Kurz vor dem Einschlafen ist das „Tor“ zu unserem Unterbewusstsein besonders empfänglich aufgrund der 

 

Es liegt in deiner Hand, wie du selbst mit dir umgehst. Du hast zu jeder Zeit die freie Wahl etwas zu verändern in deinem Leben.

Be your Lover , ♥ Janine